Ich bezweifle, dass meine alten Leser noch reinschauen, da ich
meinen Blog so sehr vernachlässigt habe. Hab nicht mal Bescheid
gegeben, dass ich mich ne Weile nicht melden werde - aber ich hatte
eigentlich auch nicht vor, dass es so lange still um mich
wird.
Irgendwie bin ich aber in den letzten Monaten nicht dazu gekommen
zu schreiben - lag es an Zeit- oder Motivationsmangel, mein Blog
blieb leer.
Ich hab mein Abi jetzt mehr oder weniger hinter mir . es fehlt nur
noch die mündliche Prüfung..aber bestande habe ich auf jeden Fall

Soweit die gute Nachricht.
Mit meinem Freund läuft es derzeit leider überhaupt nicht gut.
Das ist eigentlich schon seit Wochen so. Bis März war alles
superschön und toll - natürlich gab es kleinere Streitereien, aber
ich halte das in einer Beziehung für ganz normal, wenn es mal
Meinungsverschiedenheiten gibt und es ist ja auch wichtig, dass man
dann darüber spricht...und dann kracht es halt manchmal auch ein
bisschen.
Leider bin ich aber zunehmend die einzige, die mal irgendwas
anspricht. Mein Freund war ja schon immer eher ruhig. In seiner
Familie ist er es nicht gewohnt über Probleme zu sprechen - alles
wird totgeschwiegen, was ich persönlich furchtbar finde.
Wir hatten es meiner Meinung nach aber wirklich gut hinbekommen,
dass er auch mal seine Meinung gesagt hat usw und es lief auch echt
gut. Dann im März war er mal wieder zu Hause bei seinen Eltern,
nachdem er sein Studium abgebrochen hatte (er kam mit dem
Informatik-Teil nicht so klar und hat gemerkt, dass er doch in eine
andere Richung will. Er hat da auch meine Unterstützung..ich finde,
wenn man schon von Anfang an merkt, dass einem etwas, dass man
eigentlich für sein Leben lernen will, nicht zusagt, sollte man
lieber auf etwas umsteigen, was einem Freude bereitet).
Am Telefon war er dann schon oft komisch und wir hatten ziemlich
oft Streit..und als er dann wieder her kam meinte er, er ist sich
nicht mehr so sicher, ob er bei mir bleiben, oder doch wieder
zurück ziehen soll. (Für alle neuen Leser: Er ist aus seiner Heimat
zu mir gezogen (ca. 700km Entfernung)
Das hat mich natürlich hart getroffen, weil er mir zuvor immer
wieder versichert hatte, dass er mit mir auf jeden Fall zusammen
und somit auch bei mir bleiben will. Aber dann im März meinte er,
er hätte Heimweh.
Ich hab natürlich wieder befürchtet, dass seine Mutter ihm wieder
reingequatscht hat - leider hält sie nämlich nichts davon, dass er
zu mir gezogen ist. Nicht, weil wir uns nicht verstehen, im
Gegenteil - aber sie will ihn bei sich haben. Das Problem: Egal,
was er will!
Wenn es nach ihr ginge, bliebe er in dem kleinen Heimatdorf, würde
irgendne Ausbildung machen - egal was, hauptsache, sie hätte ihn um
sich.
Klar, ich kann verstehen, dass eine Mutter nicht möchte, dass ihre
Kinder weit wegziehen...aber es kommt auch der Punkt, wo man sie
ihr eigenes Leben leben lassen MUSS. Finde ich.
Die ganzen letzten Wochen waren furchtbar. Wir hatten fast nur
Streit, er hat kaum geredet - weder mit mir, noch mit meiner
Familie. War zurückgezogen, hat sich um nichts gekümmert und immer
nur gesagt "Er weiß nicht, was er machen soll". Es ist furchtbar,
diese Ungewisseheit.
Na ja...ich hab dann halt gesagt, dass es so nicht weitergeht. Ich
habe einfach das Gefühl, dass er nichts für unsere Beziehung tut.
Er kämpft nicht, er nimmt nur hin. Er hat mir zwar immer wieder
gesagt, dass er mich liebt aber Worte bedeuten gar nichts, wenn man
nicht auch zeigen kann was man meint - und außerdem hat mich
diese Ungewissheit einfach fertig gemacht.
Er ist jetzt wieder zu seinen Eltern gefahren und kurz davor habe
ich ihm gesagt, dass es aus ist, wenn er sich nicht entscheiden
kann.
Ich will nicht, dass es aus ist - ich liebe ihn. Aber ich musste
halt irgendwas tun. Und alles reden und flehen, schreien und heulen
hat ja nichts gebracht.
Er meinte dann plötzlich, dass er gemerkt hat, dass er mich nicht
verliren will und dass er bleibt.
Skeptisch war ich natürlich schon aber irgendwo auch froh, dass er
endlich mal zu mir stehen konnte.
Na ja ... die letzten Tage hatten wir kaum Kontakt, weil er viel
unterwegs ist. Seit Sonntag ist er bei seinen Eltern. Und heute am
Telefon war er wieder komisch.
Ich weiß nicht, was ich tun soll, er tut mir so weh. Er meinte
halt, dass er nicht weiß, ob er nicht wieder so ist wie im März,
wenn er wieder kommt etc. woraufhin ich meinte, dass er dann gar
nciht kommen braucht, weil ich den Kopf für meine Prüfung brauche
und nicht wieder das gleiche Problem wie die letzten Monate
durchkauen kann. Er wollte dann auch nicht weiter darüber reden,
weil er ja müde war. Das gibt mir einfach das Gefühl, dass er alles
nur hinnimmt und NICHTS für unsere Beziehung und uns tut.
Ich bin wirklich mit meinem Latein am Ende - ich weiß nicht mehr,
was ich machen soll.
Ich liebe ihn und er ist auch ein lieber Kerl aber in letzter Zeit
benimmt er sich manchmal wie der totale Vollidiot und ich verstehe
nicht, warum.
Ich weiß, dass es schwer ist, seine Familie zu verlassen und in die
Großstadt zu ziehen, obwohl man aus einem kleinen Dorf kommt. Ich
kann es nicht nachempfinden, weil ich diese Erfahrung nicht habe -
aber ich kann mir vorstellen, dass es nicht leicht ist und ich bin
ihm auch unendlich dankbar für diese Entscheidung. Aber das kann
nicht die "Ausrede" für alles sein - damit ist seine Aufgabe nicht
getan, er muss auch etwas für uns tun und er kann nicht erwarten,
dass ich die ganze Zeit warte, ob er sich nun für mich oder seine
Eltern entscheidet - über Wochen. Oder reagiere ich da über? Sehe
ich das falsch?
Ich hab ja noch nicht mal viel jetzt erzählt, aber vielleicht weiß
ja jemand einen Rat... .
..Epona..
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